U wie Untreue

 

Beim Thema Untreue stellt sich die Frage nach den verschiedenen Facetten des Treuebegriffs. Wenn man Treue ausschließlich mit sexueller Treue gleichsetzte, wäre jeder Seitenspringer sicherlich als untreu zu bezeichnen. Es gibt auch eine andere Treue: die Treue zu sich selbst, zu den eigenen Gefühlen und Treue als emotionale Ehrlichkeit gegenüber dem Menschen, mit dem gerade intensive Stunden verbracht werden.

 

„Ich habe mich immer gefragt, was die größere Untreue ist: mit meiner Frau zu schlafen und mir dabei Tanja vorzustellen oder wirklich mit Tanja zu schlafen. Ich empfand diese schreckliche Sehnsucht nach meiner neuen Kollegin, die mich fast zerrissen hat, als wesentlich zerstörerischer für meine Ehe als später das Ausleben meiner Verliebtheitsgefühle.“

 

Martin erlebt das Treueproblem als Konflikt zwischen seinen wahren Gefühlen für Tanja und seinem Versuch, weiterhin als „normaler“ Ehemann gegenüber seiner Frau zu funktionieren. Der schlimmere Betrug ist seiner Meinung nach die emotionale Unehrlichkeit in erotischen Situationen, denn eine schwerere Form der Untreue ist kaum möglich.

 

 

Goldene Regeln!

  • Bleiben Sie sich selbst gegenüber möglichst treu.
  • Wenn Sie aufgrund einer intensiven neuen Verliebtheit gerade keine Lust auf Intimität mit Ihrer Erstbeziehung haben, lassen Sie es besser bleiben.
  • Falls Sie Sex mit einem Menschen haben und dabei an einen anderen denken, könnte die Form der Untreue zu verletzten Gefühlen desjenigen führen, dem Sie sozusagen etwas vorspielen. Versuchen Sie sich also immer geistig und seelisch auf den Menschen zu konzentrieren, mit dem Sie gerade zusammen sind.

 

Als Martin seine Gefühle für Tanja in der Realität ausgelebt hatte, fiel es ihm, nachdem die ersten stürmischen Wochen vorüber waren, wieder leichter, sich liebevoll und ehrlich begehrend seiner Ehefrau zuzuwenden:

 

„Am Anfang war es sehr schwer für mich, sowohl Tanja zu begehren als auch meine Frau. Allmählich lernte ich es jedoch, mich jedes Mal auf genau die Frau einzulassen, mit der ich gerade zusammen war. Da ich nicht das Gefühl hatte, meiner Frau durch meine Affäre etwas wegzunehmen, fühlte ich mich weniger schlecht und untreu.“