Katharina, in Köln lebende freiberufliche Übersetzerin Mitte 30, ist eine Getriebene, eine Suchende. Kurz nachdem sie sich zum x-ten Mal von einer Frau getrennt hat, der sie eine „herausragende Hochbegabung in puncto Sex und Sinnlichkeit“ bescheinigt und mit der sie eine nervenaufreibende On-Off-Beziehung hinter sich hat, sucht sie per Kontaktanzeige nach einer neuen Partnerin. So lernt sie Stephanie kennen, die sich als zuverlässig, klug und desinteressiert an Sex entpuppt. Katharina verliert sich im Zusammensein mit ihrer Neuen immer mehr in erotischen Fantasien, in denen ihre Ex-Freundin auftaucht oder ihre ehemalige Fran-

zösischlehrerin oder eine Affäre aus Buenos Aires.

Als die Hauptperson mit Stephanie ein Wochenende in Paris verbringt, überstürzen sich die Ereignisse und man fühlt sich wie in einem Strudel.

Der Roman oszilliert zwischen Wirklichkeit und Traum, bewegt sich durchgehend auf zwei Ebenen, die sich immer mehr miteinander vermischen, aber gut ausbalanciert sind, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt.

Während sara reichelt in ihrem Kurgeschichtenband „Alle Zeit mit ihr – Liebe und Erotik zwischen Frauen“ Erotik überwiegend indirekt und andeutungsweise beschrieben hat, schöpft sie bei „Auf die lesbische Liebe“ aus dem Vollen, ohne jemals pornografisch zu werden.

Durch das gesamte Buch zieht sich die klare und bisweilen poetische Sprache von sara reichelt, die diesen Liebesroman – zusätzlich zum Inhalt – zu einem besonderen Lesegenuss werden lässt.